Die individuelle Entscheidung – Pränataldiagnostik

Ich bin der Ansicht, dass die Pränataldiagnostik eine gute Möglichkeit für Paare ist, die sich unsicher sind, ob ihr Kind gesund ist, wenn beispielsweise schon eine Krankheit in der Familie existiert, die vererbbar ist. Das in diesem Fall die Angst sehr groß ist, ist für mich nachvollziehbar. Auch für Frauen, die alleinerziehend sind und möglicherweise nicht viel Unterstützung von außen erhalten, kann es von Vorteil sein zu wissen, ob ihr Kind eine besondere Betreuung nach der Geburt benötigt.

Es gibt auch viele Paare, bei denen es keine Erkrankungen in der Familie gibt, die sich dennoch für weitere Untersuchungen entscheiden, einfach um sicher zu gehen, dass ihr ungeborenes Kind gesund ist.

Was versteht man unter Pränataldiagnostik?

Unter diesem Begriff werden Untersuchungen zusammengefasst, die über die regulären Untersuchungen im Mutterpass hinaus gehen. Hierbei werden gezielt Hinweise auf Fehlbildungen und Störungen beim ungeborenen Kind ermittelt. Allerdings sind die Ergebnisse der Pränataldiagnostik nicht immer eindeutig und nur ein Teil möglicher Beeinträchtigungen sind während der Schwangerschaft überhaupt behandelbar. Auch können nicht eindeutige Ergebnisse der Tests dazu führen, dass die Zeit der Ungewissheit verlängert wird. Kommt es dazu, dass sich bei einer Untersuchung herausstellt, dass das Kind eine Beeinträchtigung oder Krankheit hat, kann das Wissen darüber die Startbedingungen für das Kind deutlich verbessern. Wird bei einem Kind z.B. ein Herzfehler festgestellt, kann man im Vorfeld planen, in welchem Krankenhaus es zur Welt kommt. So kann eine optimale Erstversorgung gesichert werden. Auch die Eltern können sich in diesem Fall besser auf ihr Kind vorbereiten. Paare, die sich für diese Untersuchungen entscheiden, sollte klar sein, dass das Risiko einer Fehlgeburt besteht, wenn man sich für invasive Methoden der Pränataldiagnostik, wie z.B. die Fruchtwasseruntersuchung, entscheidet[1].

Ist eine klare Meinung zu diesem Thema möglich?

Für mich ist es schwer, eine klare Meinung zu dieser Thematik zu finden. Einerseits kann ich verstehen, dass man wissen möchte, ob das Kind gesund ist oder ob man sich eventuell auf ein Kind mit Beeinträchtigung einstellen muss. Es ist von Vorteil für Frauen oder Paare, die sich generell nicht sicher sind, ob sie sich in der Lage dazu fühlen ein Kind optimal zu versorgen, egal ob gesund oder nicht, da es finanziell und auch psychisch einen Unterschied macht, ob man ein Kind mit oder ohne Beeinträchtigung großzieht und versorgt. Wenn eine Frau oder ein Paar der Meinung ist, dass sie es zu dem Zeitpunkt nicht schafft, eine „gute“ Mutter oder „gute“ Eltern zu sein, ist es meiner Meinung nach verständlich, diese Untersuchungen machen zu lassen und die Schwangerschaft gegebenenfalls abzubrechen.

Allerdings gibt es auch einige Argumente, die gegen die Pränataldiagnostik sprechen. Ich bin der Ansicht, dass man sich als Paar im Klaren sein muss, dass es Risiken bei den invasiven Untersuchungen gibt. Z.B. ist das Risiko einer Fehlgeburt höher als das Risiko, dass das Kind unter einer Beeinträchtigung leiden könnte. Es gibt heutzutage auch gesellschaftlichen Druck, der sich auf die Paare auswirkt, diese pränatalen Untersuchungen machen zu lassen. Eltern könnten sich dazu gezwungen und gedrängt fühlen, da sie sonst das Bild vermitteln könnten, nicht alle Möglichkeiten zur Sicherung und Verbesserung der Gesundheit ihres Kindes ausgeschöpft zu haben.

Hier wird dann häufig vergessen, dass die meisten Kinder gesund zur Welt kommen. Für die Paare kann es bei Erkennung einer Erkrankung auch dazu kommen, dass sie sich entscheiden müssen, ob sie ihr Kind so nehmen, wie es ist oder ob sie die Schwangerschaft abbrechen. Das ist dann eine Entscheidung, die die Eltern nicht treffen wollen oder können. Tritt diese Situation ein, haben die Eltern einen Anspruch auf kostenfreie psychologische Beratung. Dieses Angebot finde ich wichtig, da es sehr belastend sein kann für die Beziehung des Paares, für die Beziehung zum ungeborenen Kind und natürlich für die betroffenen Väter und Mütter persönlich.

Trotz all dieser Argumente oder gerade deshalb finde ich es sehr schwer, eine klare Meinung bezüglich Pränataldiagnostik zu finden. Ich bin der Ansicht, dass es eine sehr individuelle Entscheidung ist, ob man diese Untersuchungen vornehmen lässt. Da allerdings das Risiko einer Fehlgeburt besteht, sollte man sich vorher gut informieren und beim Arzt beraten lassen. Es ist auch immer die Entscheidung des Paares, bzw. letztendlich die Entscheidung der Frau, ob man es schafft, ein Kind mit Beeinträchtigung oder einer bestimmten Erkrankung gut versorgen zu können.

Ich kann nicht klar sagen, ob ich eine Pränataldiagnostik vornehmen lassen würde, da viel dafür, aber auch viel dagegenspricht. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich mich im Vorfeld sehr gut informieren und situationsabhängig handeln würde.

Des Weiteren sollte für sich definiert werden, was als gesund gilt. Denn auch ein Kind mit Beeinträchtigung kann sich gesund fühlen und glücklich sein.

Verfasst von Laura


[1]abrufbar unter: https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/praenataldiagnostik/was-ist-praenataldiagnostik/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.