Es war einmal …das Märchen

Rotkäppchen, Froschkönig, Goldene Gans, Hans im Glück oder Schneewittchen. Es gibt unzählige Märchen. Habt ihr euch schon mal gefragt, was überhaupt Märchen sind?  Im Folgenden werde ich euch einen Einblick darüber verschaffen.

Der Anfang

Es war einmal vor langer Zeit. Wie in vielen Märchen, ist auch die Entstehungszeit von Märchen nicht genau geklärt. Der Begriff kommt aus dem Mittelhochdeutschen „mære“ und bedeutet so viel wie Bericht, Kunde oder Nachricht. In allen frühen Hochkulturen findet man in deren schriftlichen Zeugnisse märchenhafte Züge. Von Mund zu Mund wurden sie Jahrhunderte weitergetragen, erweitert und verändert. Diese Art nennt man auch Volksmärchen. Berühmte Märchensammler sind beispielsweise die Gebrüder Grimm. Verfasserinnen und Verfasser dieser Märchen sind nicht bekannt. Eine aus Volksmärchen entstandene Form sind Kunstmärchen. Diese kann dem jeweiligen Schriftsteller zugeordnet werden. Ein Beispiel hierfür ist Hans Christian Andersen mit „Die kleine Meerjungfrau“.[1]

Die Themen

Märchen behandeln meist den Kontrast zwischen Gut und Böse, wobei die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden. Bei Hänsel und Gretel stirbt die böse Hexe in dem Ofen, den sie für Hänsel vorbereitet hatte. Die Kinder dagegen fanden Perlen und Edelsteine und entdeckten den Weg nach Hause.[2] Meist gibt es auch ein Problem, welches der Protagonist/die Protagonistin lösen muss. Dabei erlebt diese*r allerlei Abenteuer, Schicksalsschläge oder Rückschläge. Aber auch gesellschaftliche Probleme zur Zeit der Entstehung werden in Märchen aufgegriffen, wie zum Beispiel Herrschaft und Knechtschaft, Armut und Hunger oder auch Ängste und Sorgen.[3]

Die Merkmale

Märchen spielen in der Vergangenheit. Zeit und Ort des Geschehens sind nicht genau benannt. Die Figuren bekommen bestimmte Eigenschaften zugesprochen. Symbolische Zahlen, wie 3, 7 oder 13 durchziehen das Märchen. Fabelwesen, beispielsweise Feen, Hexen, Riesen, Zwerge oder Drachen, sprechende Tiere oder Pflanzen sind meist Teil des Märchens. Oft gibt es Verwandlungen vom Menschen zum Tier und zurück. Der Held/ Die Heldin im Märchen muss meist eine Aufgabe oder ein Problem lösen.[4]

Was bringen Märchen Kindern?

Das möchte ich gerne an einem Beispiel erläutern. Tim, 3 Jahre alt, liebt es, Märchen vorgelesen zu bekommen. Er ist ein sehr aufgewecktes Kind. Beim Vorlesen allerdings kuschelt er sich an seiner Mutter an und ist ganz ruhig und entspannt. Die Handlungen kann er im Freispiel gut nachspielen, da diese einfach gestrickt sind. Gute und böse Figuren sind dadurch für ihn einfach zuzuordnen. Viele der Märchen thematisierten Konflikte oder Probleme der Zeit. Bei Hänsel und Gretel ist es zum Beispiel die Angst von den Eltern getrennt zu werden oder Hungern zu müssen. Die Konflikte können auch denen der Kinder entsprechen. So können die Konflikte im Spiel ausgehandelt und ausprobiert werden. In vertrauter Umgebung und in der Geborgenheit einer Bezugsperson können die Gefahren in Märchen ausgehalten werden. So hat Tim auch keine Angst vor der bösen Hexe, da sie „besiegt wurde und nichts mehr macht“. Seitdem die Märchen für ihn an Bedeutung gewannen, kann er mehr Gefühle benennen und zieht Vergleiche zu den Figuren. Beim ihm wird deutlich, dass seine Fantasie durch die Märchen angeregt wird, da er neues zum Märchen hinzufügt oder mit Anderem vermischt.  Er schlüpft dabei in unterschiedliche Rollen hinein und lernt sich in andere hineinzuversetzen. Sein Wortschatz wird durch die Märchen erweitert. Des Weiteren fördert das Zuhören seine Konzentration und lässt ihn entspannen. Auch helfen ihm Märchen Angst und Furcht zu bewältigen. Deshalb denke ich, dass die schon lang existierenden Märchen die Entwicklung der Kinder fördert.[5]

Und wenn sie nicht verschollen sind, dann leben die Märchen noch heute.

Verfasst von Felicitas


[1] Märchen. (o. J.): In: Bücher-Wiki, verfügbar unter: https://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Maerchen

[2] Grimm, Jacob; Grimm, Wilhelm(1850): Hänsel und Gretel, verfügbar unter: https://maerchen.com/grimm/haensel-und-gretel.php

[3] Belemann, Claudia(2019): Märchen In: planet-wissen, verfügbar unter: https://www.planet-wissen.de/kultur/literatur/maerchen/index.html

[4] Poqué, Hannah; Albrecht, Christina(o. J.): Merkmale eines Märchens. Handlung, Personen und Stil In:Studienkreis. Die Nachhilfe, verfügbar unter:https://www.studienkreis.de/deutsch/merkmale-maerchen-handlung/

[5] Wedra, Karin; Greiner_Burkert, Babara(o. J.)( Hrg.): Kinder fördern mit Märchen und Geschichten In: Die Sprechwerker, verfügbar unter: http://die-sprechwerker.de/ausbildung/maerchenpaedagogik/kinder-foerdern-geschichten/


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