Ist es ein Vogel? Ist es ein Obst? – Nein, es ist ein Studiengang!

Als ich meiner Familie vor einem halben Jahr erzählte, dass ich gerne Kindheitswissenschaften studieren möchte, gab es genau zwei Reaktionen: Erstaunen und Verwirrung. Was ist das? Was kannst du später damit machen? Ist das nicht das gleiche wie Soziale Arbeit? sind nur einige der vielen Fragen, mit denen ich mich konfrontiert sah und auf die ich keine so rechte Antwort wusste. Trotzdem bin ich jetzt hier in Stendal, froh über meine Entscheidung.

KiWi – Bitte was?

Schon an den Orientierungstagen wurden wir Erstsemester vorgewarnt, dass wir die Frage, was wir denn da genau studieren, noch oft genug hören würden. Die höheren Semester sollten recht behalten. Geschuldet ist das aber allein der Einzigartigkeit unseres Studiengangs und dass keiner sich so wirklich etwas darunter vorstellen kann. Umso wichtiger ist deshalb eine gute Definition – die es nicht gibt. Klar, im Fokus der angewandten Kindheitswissenschaften stehen (offensichtlich) die Kinder mit ihren Rechten und Interessen, aber der Kern dieses Fachs ist so vielschichtig, dass eine einzige Definition gar nicht möglich ist. Allerdings stehen sowohl der Studiengang als auch ich noch am Anfang, weshalb sich ein konkretes Verständnis erst noch entwickeln wird. Bis dahin bleibt es bei den Worten einer Kommilitonin: „Man kann KiWi nicht richtig erklären. Man muss KiWi erleben, um zu wissen, was es bedeutet.“

Das Leben eines KiWi

Das Studium ist doch nichts Halbes und nichts Ganzes. Kann man bestimmt nebenbei studieren, oder? Bist du dann eigentlich Erzieher*in? Solche Aussagen sind leider keine Seltenheit und weit verbreitet. Doch wer glaubt, Kindheitswissenschaften kann jeder, der irrt. Denn die Ambition „irgendwas mit Kindern machen“ reicht als Motivation bei weitem nicht aus. Wer sich für diesen Studiengang entscheidet, muss nämlich vor allem eins: über sich hinauswachsen. Angefangen bei der Selbstdisziplin lange Texte zur Vorbereitung zu lesen bis hin zur Überwindung des Lampenfiebers, wenn man eines der vielen Referate halten muss. Fast gleichzeitig eignet man sich dabei eine immense Bandbreite an Wissen und Methoden an. Der eigentliche Reiz des Studiengangs ist für mich aber sein besonderer Blick auf das Individuum Kind, ergo die Betrachtung der Welt aus dessen Augen. Um das zu schaffen, reicht Theorie allein nicht aus, auch praktische Erfahrung muss her. KiWi bietet die perfekte Mischung aus beiden.

Ki-WIR

Schlussendlich könnte ich noch eine Menge an weiteren Argumenten aufführen, warum Angewandte Kindheitswissenschaften es wert ist, zu studieren. Nur würde das den Rahmen für diesen Blog ein bisschen sprengen. Deshalb kurzum: Wer sich für die Sicht der Kinder begeistern kann, mit ihnen gemeinsam das Umfeld gestalten möchte und sich für sie und ihre Mitbestimmung einsetzen will, ist hier bei uns in Stendal genau richtig!

Verfasst von Annika


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.