• Weggesehen – Sexueller Missbrauch in pädagogischen Institutionen

    Ob innerhalb einer Familie oder durch fremde Täter* – die Dunkelziffer der Opfer von sexuellem Missbrauch ist hoch. Auch in pädagogischen Einrichtungen, in denen Kinder Schutz und Sicherheit suchen und von Mitarbeitern emotional, sowie physisch abhängig sind, kommt es zu sexuellen Übergriffen. Von Außen scheint es unmöglich, trotz dessen passiert es immer wieder. Es stellt ein Tabuthema dar über das nicht gesprochen oder geschrieben werden soll. Aber wie kann es dazu kommen? Welche strukturellen Fehler weisen diese Einrichtungen auf, um sexuellen Missbrauch überhaupt zu ermöglichen? Wie fühlen sich die betroffenen Kinder? Welche Folgen erwarten sie und welche Hilfe werden benötigt? Wie kommt es zu sexuellem Missbrauch in pädagogischen Einrichtungen? Berufe,…

  • Der Mensch oder das System?

    Jede und Jeder kennt die futuristischen Darstellungen von einem Designer-Baby: Sich seine Nachkommen so „zusammen basteln“ zu können, wie man es gerne hätte und am Besten so, dass sie in allen Bereichen des Lebens überdurchschnittlich gut abschneiden. Ich persönlich finde diese Vorstellung sehr erschreckend und bin sehr dankbar für meine individuellen Merkmale, auch wenn diese teilweise defizitär sind. Aber nur so unterscheide ich mich von Anderen. Und das ist doch eben auch das, was Menschen ausmacht: Nicht perfekt zu sein. Wird einem nicht genau das genommen, wenn von Geburt an versucht wurde, den Menschen zu einem „idealen Menschen“ zu machen? Müsste nicht vermehrt darüber diskutiert werden, wie gesellschaftliche und soziale…

  • Nicht-invasive pränatale Bluttests – eine Diagnostikmethode für Privilegierte?

    „Es kann auch ein Auto kommen und die Kinder anfahren und dann sind sie behindert“ Ein Kommentar unter einem YouTube Video über pränatale Diagnostikmethoden und dessen ethische Bedenken war es, das mich stutzig machte. Eine klare, direkte Aussage, die mich im ersten Moment etwas irritierte. Ist das nicht ein komplexes, umfangreiches Thema, welches von vielen Seiten beleuchtet werden muss? Bei dem sowohl Pro als auch -Contra Argumente genannt und miteinander verglichen werden müssen? Wissentlich für das Unwissen entscheiden Bei der vorgeburtlichen Untersuchung der Mutter wird das Ungeborene auf eventuelle Krankheiten untersucht. Das Argument der werdenden Eltern ist oft, dass sie sich auf ein Leben mit einem behinderten Kind einstellen möchten…

  • Die individuelle Entscheidung – Pränataldiagnostik

    Ich bin der Ansicht, dass die Pränataldiagnostik eine gute Möglichkeit für Paare ist, die sich unsicher sind, ob ihr Kind gesund ist, wenn beispielsweise schon eine Krankheit in der Familie existiert, die vererbbar ist. Das in diesem Fall die Angst sehr groß ist, ist für mich nachvollziehbar. Auch für Frauen, die alleinerziehend sind und möglicherweise nicht viel Unterstützung von außen erhalten, kann es von Vorteil sein zu wissen, ob ihr Kind eine besondere Betreuung nach der Geburt benötigt. Es gibt auch viele Paare, bei denen es keine Erkrankungen in der Familie gibt, die sich dennoch für weitere Untersuchungen entscheiden, einfach um sicher zu gehen, dass ihr ungeborenes Kind gesund ist.…

  • Der Tod als Lebensbegleiter I

    „Der Tod ist das Ende!“ Diese Aussage wird aus naturwissenschaftlicher Sicht für eine absolute Wahrheit gehalten, mit der es sich außerdem schlecht anfreunden lässt. In unserer Gesellschaft wird wenig darüber gesprochen, was es bedeutet zu sterben. Tod und Krankheit werden als etwas Gegensätzliches zum Leben gesehen. Und noch weniger lassen sich diese Konzepte mit Kindheit in Einklang bringen. Dennoch sind in Deutschland 40.000 Kinder lebensverkürzt  erkrankt; jährlich sterben 5.000 junge Menschen an der Erkrankung oder deren Folgen.[1] Hierbei wird ersichtlich, wie stark unsere eigenen Wertevorstellungen die Realitätswahrnehmung prägen. Denn es gibt sie: Die Kinder, die versterben und das vor ihren Eltern. Die Kinder, die erkrankt sind. Die Kinder, die nicht…

  • Das „perfekte“ Baby

    In der 11. Klasse haben wir im Biologieunterricht den Film „Gattaca“ (https://www.youtube.com/watch?v=PC6ZA1dFkVk) gesehen, der in der Zukunft spielt. Fast alle Menschen wurden durch Präimplantationsdiagnostik (PID) optimiert und waren „perfekt“, bis auf den Protagonisten, der versucht sich als einer von ihnen auszugeben und nur mit großen Mühen mithalten kann. Dieser Gedanke hat mir Angst gemacht, die Menschen waren zu „makellos“ und gleich. Diese Darstellung von sogenannten „Designer-Babys“ ist vermutlich das, wovor die meisten Menschen Angst haben. Doch hinter dem komplexen medizinischen Vorgang der PID steckt etwas anderes. Aber was kann schon verwerflich an einem Kinderwunsch und der Geburt seines gesunden Kindes sein? Auswahl des menschlichen Erbguts Die Präimplantationsdiagnostik wurde im Zusammenhang…

  • Pränataler Blutest: Medizinisches Wissen und gesellschaftliche Unwissenheit über Trisomie 21

    Eine Person mit Trisomie 21 wird von jedem, auch aufgrund äußerlicher Merkmale, schnell erkannt, aber was bedeutet diese Diagnose für ihr Leben? Eine langsamere Entwicklung? Keinen Führerschein machen zu dürfen? Auf eine Sonderschule zu gehen? Oder einfach nur ein Chromosom mehr zu haben? Diese Fragen beantworten wohl alle Menschen anders. Eine Diagnose zu haben bedeutet nicht, dass diese einen definiert. Aber wird nicht auch jede Person durch die Gesellschaf definiert? Und wie ist dieser gesellschaftliche Blick auf Trisomie 21? Die aktuelle Debatte um den pränatalen Bluttest, der Trisomie 21 sehr früh und risikoarm erkennt und möglicherweise in Krankenkassenkataloge aufgenommen wird, bietet einen Einblick in den Umgang mit Trisomie 21 in…

  • Pro-life-Generation vs. Pro-Abortion-Generation

    Abtreibung ist schon lange ein Tabu-Thema. Kaum eine Frau hat sich getraut offen darüber zu reden, geschweige denn zuzugeben, eine Abtreibung vorgenommen zu haben. Doch langsam wird das Thema, auch in den Medien, öfter präsent. Durch das absolute Abtreibungsverbot in Alabama werden viele überhaupt darauf aufmerksam. Stars melden sich zu Wort und stellen sich gegen das Gesetz. Die US-Moderatorin Busy Philipps beichtete nach Jahren des Schweigens, dass sie mit 15 eine Abtreibung hatte. Es fiel ihr dennoch sichtlich schwer.[1] Das sollte es aber nicht. Jeder Mensch hat das Recht darauf selbst zu bestimmen, was er mit seinem Körper macht. „I am the pro-life Generation!” heißt es auf vielen Plakaten, welche…

  • Ein Leben ist ein Leben – egal wie kurz es auch sein mag!

    Jemand, der seinen Ehepartner verliert, ist Witwer oder Witwe. Jemand, der ein Elternteil verliert, ist Waise oder Halbwaise. Aber für jemanden, der sein Kind verliert, gibt es in unserer Sprache nicht einmal ein Wort, denn so sollte es in der Natur nicht sein. Trotzdem passiert so etwas und auch ein Kind kann schon wieder sterben, bevor es richtig auf dieser Welt angekommen ist. Es gibt Fehlgeburten, Totgeburten und Frühgeburten. Zu früh geboren Etwa jedes 10. Kind wird in Deutschland zu früh geboren. Wenn ein Kind zwischen der 22. und der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird, gilt es als „Frühchen“ und ist noch nicht selbstständig lebensfähig. Je früher ein Kind geboren wird,…

  • Neonatologie: Ein schwieriger Start, nicht nur für die Kinder

    Piepsende Monitore, Schläuche, Kästen, dazwischen ein kleiner Mensch. Gerade so groß wie eine Erwachsenenhand: Jede zehnte Schwangerschaft endet in einer Frühgeburt. Was brauchen die Kinder und  Angehörigen, um eine Zeit voller Ungewissheit, medizinischer Eingriffe, Neudiagnosen etc zu überstehen? Eine gute psychosoziale Elternarbeit! War es vor 50 Jahren noch Standard, aus Infektionsgründen Frühgeborene von ihren Eltern zu isolieren, werden heute mit entwickelten Leitlinien und Konzepten wie „Känguruhing“ den Eltern eine 24h-Betreuung ihrer Kinder ermöglicht. Doch das genügt nicht. Mehr als die Hälfte aller Mütter von Frühgeborenen zeigen bei der Entlassung traumatische Symptome, zwei Jahre nach der Geburt sind es noch 14 % der Mütter[1]. Kuscheln und Kabel als Therapie Studien haben…